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Abgasnachbehandlung: Partikelfilter, SCR und was daran hängt

Der Abgasstrang eines modernen Dieselfahrzeugs ist eine Kette teurer Bauteile. Für einen Verwerter ist er die Warengruppe mit dem größten Abstand zum Neuteilpreis.

Veröffentlicht: 2026-09-06Lesezeit: 3 minPraxis im Betrieb
BetriebspraxisAutoverwertungOE-NummerPreis & KalkulationWerkstattMotorKatalysator

Mit jeder Stufe der Abgasnorm ist der Abgasstrang länger und teurer geworden. Was früher aus Krümmer, Katalysator und Schalldämpfer bestand, ist heute eine Kette aus mehreren Bauteilen mit eigener Sensorik, eigener Steuerung und teilweise eigenen Betriebsstoffen. Für den Gebrauchtteilhandel ist das eine der lohnendsten Warengruppen — und eine der erklärungsbedürftigsten.

Die Bauteile und was sie tun

Typische Bestandteile eines modernen Abgasstrangs
BauteilFunktionBemerkung für den Verkauf
OxidationskatalysatorWandelt Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe umEnthält Edelmetall, siehe Katalysator: Warum er einzeln erfasst gehört
DieselpartikelfilterHält Rußpartikel zurück, wird periodisch freigebranntZustand hängt an Beladung und Aschemenge
SCR-KatalysatorMindert Stickoxide mit Hilfe eines ReduktionsmittelsArbeitet mit Dosiereinheit und Tank
Dosiereinheit und TankFördern das Reduktionsmittel in den AbgasstromEigene Bauteile mit eigener Nummer
SensorikTemperatur-, Druck-, Stickoxid- und LambdasondenKleinteile mit hohem Neupreis
AbgasrückführungFührt einen Teil des Abgases zurückVentil und Kühler sind eigene Positionen

Jede Zeile ist ein eigener Artikel mit eigener OE-Nummer — und das ist der Punkt, an dem in der Praxis Geld liegen bleibt: Wer den Abgasstrang als „Auspuffanlage“ ausbaut und verkauft, verkauft fünf Artikel zum Preis von einem.

Was sich am ausgebauten Bauteil prüfen lässt

  1. Sichtprüfung außen. Durchrostung, Schlagstellen, gerissene Flansche, fehlende Schrauben.
  2. Blick in den Kanal. Beim Partikelfilter zeigen sich Beschädigungen der Kanäle und übermäßige Ablagerungen.
  3. Gewicht vergleichen. Ein stark mit Asche beladener Filter ist spürbar schwerer als ein wenig beladener — das ist ein Anhaltspunkt, keine Messung.
  4. Sensoranschlüsse prüfen. Gebrochene Gewinde für Sonden entwerten das Bauteil.
  5. Laufleistung des Spenderfahrzeugs. Bei Partikelfiltern der wichtigste Anhaltspunkt überhaupt.

Warum diese Bauteile im Markt gefragt sind

Drei Gründe treffen hier zusammen: Der Neupreis beim Vertragshändler ist hoch, ein Defekt führt regelmäßig zur Stilllegung des Fahrzeugs, und der Fahrzeugwert rechtfertigt die Reparatur mit einem Neuteil oft nicht mehr. Genau in dieser Lücke arbeitet der Gebrauchtteilhandel — und der Käufer ist meist eine Werkstatt mit einem wartenden Kunden, siehe Werkstätten als Kunden: Was der gewerbliche Käufer anders braucht.

Was ins Angebot gehört

  • OE-Nummer und Fahrzeugbezug, weil die Bauteile innerhalb einer Baureihe je nach Motorvariante abweichen.
  • Motorkennbuchstabe des Spenderfahrzeugs — bei Abgasbauteilen fast so wichtig wie die Teilenummer, siehe Motorkennbuchstabe: Der Code, der Motorvarianten trennt.
  • Laufleistung und Ergebnis der Sichtprüfung.
  • Vollständigkeit: Welche Sensoren sind dabei, welche nicht? Sie sind einzeln teuer und der häufigste Streitpunkt.
  • Hinweis auf Anlernvorgänge, wo das Bauteil an einer Steuerung hängt, siehe Gebrauchte Steuergeräte: Codierung, Wegfahrsperre, Angebot.
  • Bilder der Anschlüsse und der Kennzeichnung am Gehäuse.

Häufige Fragen

Kann ich einen gebrauchten Partikelfilter verkaufen?

Ja. Belastbare Angaben sind Laufleistung des Spenderfahrzeugs, Sichtbefund und Gewicht — nicht eine Restkapazität, die niemand gemessen hat.

Warum sind Abgasbauteile so gefragt?

Weil der Neupreis hoch ist, ein Defekt das Fahrzeug stilllegt und die Reparatur mit einem Neuteil bei älteren Fahrzeugen oft unwirtschaftlich wäre.

Gehören die Sensoren dazu?

Nur wenn Sie es schreiben. Sonden und Sensoren sind einzeln teuer und der häufigste Streitpunkt bei dieser Warengruppe.

Was mache ich mit unbrauchbaren Abgasbauteilen?

Sie enthalten Edelmetall und gehören in den entsprechenden Verwertungsstrom, nicht in den gewöhnlichen Metallschrott.