Bei lackierten Karosserie- und Anbauteilen ist die Farbe kein Merkmal, sondern ein Preisbestandteil. Wer eine Tür in genau dem Farbton anbietet, den der Käufer braucht, verkauft ein einbaufertiges Teil. Wer dieselbe Tür ohne Farbangabe anbietet, verkauft ein Teil, das noch zum Lackierer muss — und bekommt entsprechend weniger dafür.
Wo der Code steht
- Auf einem Zusatzschild oder Aufkleber, meist gemeinsam mit weiteren Fahrzeugcodes. Die Position unterscheidet sich je Hersteller erheblich: Motorraum, Reserveradmulde, Kofferraumboden, B-Säule, Innenseite der Tankklappe oder Serviceheft.
- Auf dem Fahrzeugdatenträger, dem Aufkleber mit den Ausstattungscodes — dort steht der Lackcode neben Getriebekennung und Motorcode.
- In den Herstellerdaten über die Fahrzeugidentifikation, also über die Fahrgestellnummer.
Ein einheitliches Format gibt es nicht. Manche Hersteller vergeben reine Zifferncodes, andere Kombinationen aus Buchstaben und Ziffern, wieder andere führen Code und Farbnamen gemeinsam. Aus dem Code selbst lässt sich der Farbton nicht ableiten — er ist ein Schlüssel in die Farbdatenbank des Herstellers.
Warum die Farbangabe nicht geschätzt werden darf
„Schwarz“ ist keine Farbangabe. Innerhalb einer Baureihe gibt es regelmäßig mehrere Schwarztöne, dazu Uni, Metallic und Perleffekt. Zwei davon nebeneinander an einem Fahrzeug sind für jeden sichtbar, und der Käufer merkt es nicht im Katalog, sondern beim Anhalten des Teils.
Wer den Code nicht hat, sollte das schreiben: „Farbcode nicht ermittelbar, Farbe siehe Bilder.“ Das ist eine ehrliche Angabe, mit der der Käufer umgehen kann. Ein geschätzter Code ist dagegen eine Behauptung, die erst beim Einbau auffliegt — und dann zur Rücksendung samt Lackiererrechnung führt.
Was ins Angebot gehört
| Angabe | Warum |
|---|---|
| Lackcode | Die einzige eindeutige Farbangabe |
| Farbbezeichnung | Der Name, unter dem Käufer suchen |
| Effektart | Uni, Metallic oder Perleffekt — entscheidet über die Ausbesserbarkeit |
| Zustand der Lackfläche | Kratzer, Steinschlag, Nachlackierung — offen benennen |
| Bilder bei Tageslicht | Farbe lässt sich unter Hallenbeleuchtung nicht beurteilen |
Die Bilder verdienen hier besondere Aufmerksamkeit: Farbtöne verschieben sich unter Kunstlicht erheblich. Eine Aufnahme im Freien bei bedecktem Himmel gibt die Farbe deutlich verlässlicher wieder als jede Hallenlampe. Mehr dazu in Teilebilder: Wie Fotos Gebrauchtteile verkaufen.
Und wenn das Teil nachlackiert wurde?
Ein nachlackiertes Anbauteil trägt nicht zwingend den Farbton des Fahrzeugdatenträgers. Anhaltspunkte sind Schichtdickenunterschiede, Overspray an Kanten und abweichender Glanz. Wer eine Nachlackierung vermutet, schreibt das ins Angebot — die Vermutung ist eine zulässige Angabe, eine falsche Gewissheit nicht.
Häufige Fragen
Wo finde ich den Lackcode am schnellsten?
Auf dem Fahrzeugdatenträger mit den Fahrzeugcodes. Die Position unterscheidet sich je Hersteller — Motorraum, Reserveradmulde, Kofferraumboden, B-Säule, Tankklappe oder Serviceheft.
Kann ich die Farbe aus der Fahrgestellnummer ermitteln?
Nicht aus der Zeichenfolge selbst. Über eine Fahrzeugidentifikation lässt sich der Farbcode nachschlagen, soweit die Datenquelle ihn führt.
Was schreibe ich, wenn ich den Code nicht finde?
Dass er nicht ermittelbar war, und dazu aussagekräftige Bilder bei Tageslicht. Ein geschätzter Code ist schlimmer als keiner.
Lohnt sich die Farbangabe bei jedem Teil?
Bei allem, was lackiert ist und außen sitzt — Türen, Klappen, Kotflügel, Stoßfänger, Spiegelkappen. Bei unlackierten Teilen spielt sie keine Rolle.
