Beim Neuteil kauft der Kunde eine Spezifikation. Beim Gebrauchtteil kauft er ein Einzelstück, das er nicht in der Hand hatte. Die Bilder sind das Einzige, was diese Lücke schließt. Ein Angebot ohne Bild wird bei gleichem Preis systematisch später gekauft als eines mit Bild — und häufiger zurückgeschickt.
Die Bildstrecke, die funktioniert
- Gesamtansicht. Das Teil vollständig, freigestellt oder vor ruhigem Hintergrund, in der Lage, in der es der Käufer kennt.
- Kennung. Typenschild, Aufdruck oder Prägung, groß und scharf. Dieses Bild ist zugleich der Beleg für die angegebene Nummer.
- Anschlüsse und Befestigung. Stecker, Flansche, Gewinde, Halterungen — die Stellen, an denen sich Varianten unterscheiden.
- Der Mangel. Kratzer, Riss, Korrosion, fehlende Lasche. Wer ihn zeigt, verkauft langsamer und behält das Geld.
- Maßstab, wo nötig. Bei Teilen ohne erkennbare Größe hilft ein Zollstock mehr als jede Beschreibung.
Aufnahme in der Halle
- Ein fester Platz. Ein Tisch mit gleichmäßigem Hintergrund und Licht schlägt jede Nachbearbeitung. Wer den Platz einmal einrichtet, spart bei jedem Teil.
- Diffuses Licht statt Blitz. Der Blitz erzeugt Reflexe auf lackierten und metallischen Oberflächen und löscht genau die Prägungen aus, auf die es ankommt.
- Sauber genug, nicht neuwertig. Groben Schmutz entfernen, aber nicht so aufbereiten, dass das Bild einen besseren Zustand suggeriert als vorhanden.
- Immer dieselbe Reihenfolge. Eine feste Reihenfolge macht die Bilder vergleichbar und verhindert vergessene Aufnahmen.
Freistellen: Der Unterschied, der zählt
Die Hintergrundentfernung setzt das abgebildete Teil durch generative Bearbeitung auf reinweißem Hintergrund in Szene. Das Ergebnis muss vor der Veröffentlichung mit der Vorlage verglichen werden:
| Verfahren | Was passiert | Bewertung |
|---|---|---|
| Originalaufnahme aufbewahren | Die unbearbeitete Aufnahme dokumentiert Kennungen, Geometrie und Zustand des konkreten Teils. | Grundlage für den Vergleich |
| Bearbeitetes Bild prüfen | Das Teil wird auf weißem Hintergrund generativ bearbeitet. Details können dabei abweichen. | Erst nach Sichtprüfung verwenden |
Saubere Kanten allein belegen keine richtige Darstellung. Prüfen Sie insbesondere Typenschild, Gussmarken, Öffnungen, Kratzer und fehlende Befestigungen. Bei relevanten Abweichungen verwenden Sie die Originalaufnahme.
Wenn es kein Referenzbild gibt
Für Neuteile und für Warengruppen, von denen keine brauchbare Aufnahme existiert, kann eine Darstellung auch ohne Vorlage erzeugt werden. Das ist eine ausdrücklich bestellte Betriebsart und liefert eine Darstellung, keine Aufnahme des konkreten Teils. Sie ist als solche zu kennzeichnen und darf nicht als Foto des angebotenen Einzelstücks erscheinen.
Rechtliches am Rande
Fotos aus fremden Onlineshops oder aus Herstellerkatalogen sind fremde Werke. Ihre Verwendung im eigenen Angebot ist ohne Erlaubnis nicht zulässig — unabhängig davon, wie leicht sie zu finden sind. Für ein Einzelstück ist das eigene Foto ohnehin das bessere: Der Käufer will dieses Teil sehen, nicht ein anderes.
Häufige Fragen
Wie viele Bilder braucht ein Angebot?
Drei bis fünf reichen in der Regel: Gesamtansicht, Kennung, Anschlüsse und, falls vorhanden, der Mangel.
Soll ich Mängel fotografieren?
Ja. Ein gezeigter Mangel kostet einige Interessenten, ein verschwiegener kostet die Retoure und die Bewertung.
Ist ein KI-freigestelltes Bild erlaubt?
Die Bearbeitung ist generativ und kann Details verändern. Prüfen Sie das Ergebnis gegen die Originalaufnahme, halten Sie die geltenden Veröffentlichungsregeln ein und verwenden Sie das Original als Zustandsbeleg.
Darf ich Herstellerfotos verwenden?
Nicht ohne Erlaubnis. Und für ein Einzelstück ist das eigene Foto ohnehin aussagekräftiger.
