„Gebraucht, guter Zustand“ sagt fast nichts. Der Verkäufer meint damit vielleicht eine kleine Schramme, der Käufer erwartet ein einbaufertiges Teil. Eine einheitliche Bildbewertung trennt Beobachtung und Erwartung: Sie benennt sichtbare Befunde, ordnet den Nacharbeitsbedarf ein und hält fest, was die Aufnahmen nicht zeigen.
Zustandsstufe und Schadensbeschreibung sind zwei Ergebnisse
| Auswertung | Antwortet auf | Ergebnis |
|---|---|---|
| Qualitätsstufe | Wie stark ist der sichtbare Nacharbeitsbedarf? | Stufe A, B oder C, sieben Kriterien, Nacharbeits- und Lackieraufwand |
| Schadensbeschreibung | Welche sichtbaren Befunde liegen wo? | Bericht mit festen Abschnitten für Verformung, Kratzer, Lack, Korrosion und Anbauteile |
Bei tapinomahub liefert POST /vision/part/quality die Einstufung und POST /vision/damage/describe den gegliederten Text. Beides kann aus denselben Aufnahmen entstehen, darf aber nicht vermischt werden: Eine Stufe erleichtert Sortierung und Preisfindung, eine Beschreibung erklärt dem Käufer den konkreten Befund.
Sieben Kriterien statt eines Bauchgefühls
- Gebrauchsspuren: sichtbare Nutzungsspuren ohne vorschnelle Aussage zur Ursache.
- Korrosion: erkennbarer Rostansatz oder eine auf den Bildern nicht beurteilbare Fläche.
- Verformung: Abweichungen an Kanten und Flächen, soweit Perspektive und Ausschnitt sie zeigen.
- Kratzer: sichtbare Schrammen mit Lageangabe am Bauteil.
- Lackzustand: etwa Durchschliff oder ein erkennbarer Reparaturbedarf der Oberfläche.
- Vollständigkeit: sichtbare Anbauteile, Halter und Befestigungspunkte.
- Verschmutzung: weil Schmutz selbst ein Befund sein und zugleich andere Befunde verdecken kann.
Jedes Kriterium bekommt eine Ausprägung von keine bis stark oder nicht_beurteilbar und eine kurze Beobachtung. Die Stufe richtet sich nach dem schlechtesten bewerteten Kriterium. Dadurch wird aus sieben Einzelbeobachtungen keine Durchschnittsnote, die einen deutlichen Mangel zwischen sechs guten Punkten versteckt.
Was A, B und C tatsächlich bedeuten
| Stufe | Bedeutung | Was sie nicht bedeutet |
|---|---|---|
| A | Auf den Bildern ohne Nacharbeit wiederverwendbar | Keine Funktions- oder Maßprüfung |
| B | Geringer sichtbarer Nacharbeitsbedarf | Keine Zusage eines bestimmten Verkaufspreises |
| C | Spürbarer sichtbarer Nacharbeitsbedarf | Kein Urteil, dass das Teil technisch unbrauchbar ist |
Die Aufnahmen entscheiden über die Aussage
- Gesamtansicht aufnehmen. Das vollständige Teil und seine Orientierung müssen erkennbar sein.
- Zweite und dritte Perspektive ergänzen. Die Qualitätsstufe nimmt bis zu drei Aufnahmen desselben Bauteils entgegen; die Schadensbeschreibung bis zu fünf.
- Befunde gezielt zeigen. Kratzer, Kanten, Halter und Anschlüsse brauchen eine scharfe Detailaufnahme.
- Licht und Sauberkeit prüfen. Spiegelung, Schatten und Schmutz gehören später sonst in die Einschränkungen.
- Keine fremden Teile mischen. Alle Aufnahmen eines Aufrufs müssen denselben Gegenstand zeigen.
Mehr Bilder erzeugen nicht automatisch eine bessere Stufe. Sie verkleinern den blinden Bereich. Fehlt eine Rückseite, muss die Antwort dort offenbleiben; eine plausible Ergänzung wäre keine Beobachtung. Wie eine verkaufsfähige Bildstrecke aufgebaut wird, steht in Teilebilder: Wie Fotos Gebrauchtteile verkaufen.
Vom Ergebnis zum Angebot
- Stufe als Filter- und Sortiermerkmal in den Artikeldatensatz übernehmen.
- Tragende Beobachtungen in verständlicher Sprache am Angebot zeigen.
- Die Originalbilder zusammen mit dem Befund veröffentlichen, statt den Text als alleinigen Beleg zu verwenden.
- Einschränkungen wie fehlende Perspektive oder Verschmutzung nicht ausblenden.
- Funktions- und Messprüfungen getrennt dokumentieren und niemals aus der Bildstufe ableiten.
Häufige Fragen
Ist Stufe A eine Funktionsgarantie?
Nein. A bedeutet nur, dass das Teil auf den vorgelegten Bildern ohne Nacharbeit wiederverwendbar erscheint. Funktion, Geräusch, Spiel und Maße werden nicht geprüft.
Wie viele Bilder sollte ich einreichen?
Für die Qualitätsstufe sind bis zu drei, für die Schadensbeschreibung bis zu fünf Aufnahmen desselben Teils vorgesehen. Gesamtansicht, Rückseite und ein relevantes Detail sind ein guter Ausgangspunkt.
Was passiert bei schlechten Bildern?
Nicht beurteilbare Kriterien und Einschränkungen werden ausgewiesen. Reicht das Material insgesamt nicht, bleibt die Stufe leer, statt geraten zu werden.
Ersetzt die Schadensbeschreibung die Zustandsstufe?
Nein. Die Stufe ordnet den Nacharbeitsbedarf ein, die Beschreibung nennt die sichtbaren Befunde. Je nach Prozess kann eines oder beides gebraucht werden.
