Getriebe gehören zu den Bauteilen mit dem höchsten Einzelerlös im Altfahrzeug — und zu denen, bei denen eine Rücksendung am teuersten ist. Ein zurückgeschicktes Getriebe kostet Fracht in beide Richtungen, Prüfaufwand, Wiedereinlagerung und meistens einen verlorenen Kunden.
Die Kennung entscheidet, nicht das Modell
Wie beim Motor gilt: Eine Angabe wie „Sechsgang-Schaltgetriebe, 2,0 Liter Diesel“ beschreibt eine Klasse. Innerhalb einer Baureihe existieren mehrere Getriebevarianten mit unterschiedlichen Übersetzungen, unterschiedlichen Anschlüssen und unterschiedlicher Steuerung. Maßgeblich ist die Getriebekennung — je nach Hersteller ein Kennbuchstabenblock oder eine Typbezeichnung — zusammen mit der OE-Nummer.
- Am Gehäuse eingeschlagen oder auf einem Aufkleber, meist an einer der Flanschseiten.
- Auf dem Fahrzeugdatenträger, dem Aufkleber mit den Fahrzeugcodes — dort steht sie neben Motorcode und Lackcode finden: Warum die Farbe über den Preis entscheidet.
- In den Herstellerdaten über die Fahrzeugidentifikation, also über die Fahrgestellnummer.
Was sich ohne Einbau prüfen lässt
| Prüfung | Was sie zeigt | Aufwand |
|---|---|---|
| Sichtprüfung Gehäuse | Risse, Schlagstellen, Undichtigkeit an Wellendichtringen | Gering |
| Ölzustand und -menge | Metallabrieb, Verbrennungsgeruch, Ölverlust | Gering |
| Gänge von Hand durchschalten | Ob alle Gänge einlegbar sind, ob es hakt | Gering, nur bei Schaltgetrieben |
| Spiel an den Antriebswellenflanschen | Lagerspiel, Differenzialzustand | Mittel |
| Laufleistung des Spenderfahrzeugs | Der beste verfügbare Anhaltspunkt | Aus der Fahrzeugakte |
Was sich nicht prüfen lässt, ist das Verhalten unter Last. Wer das behauptet, verkauft eine Erwartung. Die ehrliche Formulierung lautet: „Aus einem Fahrzeug mit 96.000 Kilometern Laufleistung, äußerlich dicht, alle Gänge von Hand einlegbar, unter Last nicht geprüft.“ Das ist präzise, überprüfbar und trägt im Streitfall — siehe Gewährleistung bei Gebrauchtteilen: Was gilt, was nicht.
Automatik und Doppelkupplung
Bei automatisierten Getrieben kommt eine zweite Ebene hinzu: die Steuerung. Steuergeräte oder Mechatronikeinheiten sind mit dem Fahrzeug verknüpft und müssen nach dem Einbau angepasst, adaptiert oder codiert werden. Ohne diesen Schritt schaltet das Getriebe nicht sauber — und der Käufer meldet einen Defekt, obwohl keiner vorliegt.
Lagerung und Versand
- Öffnungen verschließen. Ein offener Flansch sammelt Schmutz und lässt Öl aus.
- Ölstand sichern, bevor das Getriebe waagerecht transportiert wird.
- Auf Palette lagern und versenden. Ein Getriebe im Karton ist ein Schadensfall mit Ansage — siehe Versand von Gebrauchtteilen: Maße, Verpackung, Transportschäden.
- Gewicht angeben. Es entscheidet über den Frachttarif und gehört vor dem Kauf ins Angebot.
- Anbauteile benennen. Ob Schwungrad, Kupplung, Anlasser oder Steuergerät dabei sind, ist eine eigene Angabe — und ein eigener Preisbestandteil.
Was ins Angebot gehört
Getriebekennung, OE-Nummer, Fahrgestellnummer des Spenderfahrzeugs, Laufleistung, Ergebnis der durchgeführten Prüfungen, Hinweis auf Adaption, Lieferumfang, Gewicht und Versandart. Das sind neun Angaben — und mit ihnen wird ein Getriebe an eine Werkstatt verkauft statt an jemanden, der später anruft. Siehe Werkstätten als Kunden: Was der gewerbliche Käufer anders braucht.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Getriebekennung?
Am Gehäuse eingeschlagen oder auf einem Aufkleber, meist an einer Flanschseite, und zusätzlich auf dem Fahrzeugdatenträger mit den Fahrzeugcodes.
Kann ich ein ausgebautes Getriebe prüfen?
Nur äußerlich: Gehäuse, Dichtheit, Ölzustand, Gänge von Hand. Das Verhalten unter Last lässt sich ohne Fahrzeug nicht feststellen, und das gehört so ins Angebot.
Muss ein Automatikgetriebe nach dem Einbau angelernt werden?
In der Regel ja — Adaption oder Codierung im Fahrzeug. Ohne den Hinweis im Angebot entsteht daraus eine Reklamation.
Gehören Kupplung und Schwungrad dazu?
Nur wenn Sie es schreiben. Der Lieferumfang ist bei Getrieben eine der häufigsten Ursachen für Streit und gehört ausdrücklich in die Beschreibung.
