Die Frage „Passt das Teil?“ entscheidet in Handel und Werkstatt über Rücksendungen, Nacharbeit und Reklamationen, und eine falsche Antwort fällt meist erst beim Einbau auf. Die Daten, die eine Antwort stützen sollen, sehen sich zum Verwechseln ähnlich: eine Vergleichsnummer, eine Nachfolgenummer, eine Liste von Fahrzeugtypen, eine Teileliste zur VIN, ein fits=true. Sie sagen aber Verschiedenes, und nur ein Teil davon bezieht sich überhaupt auf ein Fahrzeug. Dieser Beitrag ordnet sechs Datenaussagen danach, was sie über ein konkretes Fahrzeug belegen, und zeigt, wo trotzdem am Teil geprüft werden muss. Wie dieselben Felder in einen Artikel fließen, steht in Von der OE-Nummer zum marktplatzfertigen Artikel; hier geht es um die Entscheidung vor Verkauf, Bestellung oder Einbau.
Warum Modell und Schlüsselnummer nicht reichen
Die naheliegende Abkürzung ist die Modellangabe: „passt für Baureihe X, Baujahr Y“. Sie trägt nicht weit, und die Gründe stehen schon im Typgenehmigungsrecht. Nach Artikel 3 Nummer 32 der Verordnung (EU) 2018/858 ist ein Fahrzeugtyp eine Gruppe von Fahrzeugen, die mindestens die in Anhang I Teil B genannten Merkmale gemeinsam haben; nach Anhang I Teil B besteht jeder Typ aus mindestens einer Variante und einer Version. Für Personenkraftwagen der Klasse M1 legt Anhang I Teil B fest, was diese Ebenen gemeinsam haben müssen. Ausstattungslinie, Optionen, Motorkennbuchstabe und Änderungen während der Bauzeit gehören nicht zu diesen Kriterien. Zwei Fahrzeuge derselben Version können deshalb unterschiedliche Teile brauchen — und die Schlüsselnummer steht für einen Fahrzeugtyp, nicht für das einzelne Fahrzeug. Zur Systematik siehe Typgenehmigung, ABE und Teilegutachten: Was welches Papier bedeutet.
| Ebene | Gemeinsame Merkmale nach Anhang I Teil B (Auszug) | Folge für die Passung |
|---|---|---|
| Typ | Hersteller; Konstruktion und Zusammenbau der wesentlichen Teile der Karosseriestruktur | Kann mehrere Varianten mit unterschiedlichen Antrieben umfassen |
| Variante | Zahl der Seitentüren oder Aufbauart; Energieträger und Arbeitsverfahren des Antriebs; Zahl und Anordnung der Zylinder; Zahl der Achsen; Zahl und Verbindung der angetriebenen Achsen; Zahl der gelenkten Achsen | Kann Versionen mit unterschiedlichem Hubraum, Leistung und Abgasstufe umfassen |
| Version | Technisch zulässige Gesamtmasse; Hubraum; Höchstleistung; Kraftstoffart; Sitzplätze; Abgasstufe; CO2-Werte und Verbrauch | Ausstattungslinie, Optionen und Motorkennbuchstabe sind keine Kriterien und können innerhalb einer Version abweichen |
Nummernebene: Vergleichsnummern und freier Markt
GET /parts/oe/{oeNumber} gibt unter references bestätigte Referenz- und Vergleichsnummern nach Hersteller gruppiert zurück und führt sie in referenceNumbers.oe_oem_reference_numbers zusammen, einschließlich der bestätigten Nummer selbst. GET /parts/oe/{oeNumber}/aftermarket-references ergänzt die Nummern freier Hersteller. Beide Listen beantworten die Frage, unter welchen Nummern ein Teil geführt oder gesucht wird — ein Fahrzeug kommt darin nicht vor. Die Leistungsbeschreibung sagt es ausdrücklich: Eine Aftermarket-Referenz ist keine Garantie für technische Kompatibilität, Austauschbarkeit, Passgenauigkeit oder Eignung, und eine leere Liste ist eine erfolgreiche Antwort. Der typische Fehler im Shop ist deshalb eine Liste „passt auch für“, die aus Vergleichsnummern gebaut wurde. Warum eine Vergleichsnummer auf eine Anwendung und nicht zwingend auf ein baugleiches Teil verweist, erklärt OE-Nummer: Die Originalteilenummer richtig lesen; die Marktseite beschreibt IAM: Der freie Teilemarkt und der Platz der Verwerter darin.
Nachfolge: die Ersetzungskante hat eine Richtung
replacementChain enthält bestätigte direkte, gerichtete Ersetzungskanten: from wird durch to ersetzt. Eine leere Liste bedeutet, dass keine gerichtete Ersetzung dokumentiert ist. Die Kante sagt etwas über Nummern, nicht über ein Fahrzeug, und sie ist in Pfeilrichtung dokumentiert. Wer aus „B ersetzt A“ schließt, dass A überall dort passt, wo B verbaut ist, liest die Kante gegen den Pfeil; das dokumentiert sie nicht. Auch in Pfeilrichtung ist sie laut Leistungsbeschreibung keine Garantie für Austauschbarkeit oder Passgenauigkeit. Warum Ersetzungen nicht immer in beide Richtungen tragen, steht in OE-Nummer: Die Originalteilenummer richtig lesen. Für die Praxis wichtig: Die Warenkorbprüfung bezieht dokumentierte Ersatznummern bereits ein. fits=true steht, wenn die geprüfte Nummer selbst oder eine dokumentierte Ersatznummer in der Teileliste des Fahrzeugs vorkommt. Die Antwort nennt je Position aber nur oe und fits, nicht den Weg, auf dem die Übereinstimmung zustande kam. Wo eine Ersetzung im Spiel sein kann, gehören Index und Anschlüsse deshalb am Teil geprüft.
Typebene: die Fahrzeugzuordnung mit ihren Kriterien
fitment enthält Fahrzeugtyp-Zuordnungen: je Eintrag einen vehicleTypeKey und die dokumentierten criteria. Das ist die erste Aussage mit Fahrzeugbezug, aber auf der Ebene des Typs. Die Kriterien sind der Teil, der beim Übertragen am leichtesten verloren geht: Das dokumentierte Beispiel der Schnittstelle nennt für einen Fahrzeugtyp das Kriterium „Aerodynamikpaket“ und für einen anderen keines. Wer nur die Typen übernimmt, macht aus einer eingeschränkten Zuordnung eine pauschale. Ob das Fahrzeug das Kriterium erfüllt, sagt fitment nicht; ermittelte Ausstattungsmerkmale gibt der Fahrzeugabgleich GET /vin/{vin}/vehicle mit includeEquipments aus, soweit sie ermittelt wurden. Eine leere fitment-Liste ist laut Vertrag keine Aussage über nicht dokumentierte Fahrzeuge — sie heißt nicht „passt nirgends“.
Fahrzeugebene: Teileliste zur VIN und Warenkorbprüfung
Erst mit der Fahrgestellnummer wird das einzelne Fahrzeug zum Ausgangspunkt. GET /vin/{vin}/parts gibt die zur VIN ermittelten OE-Positionen aus; matchLevel beschreibt die Aussagekraft des Ergebnisses, denn auch eine Liste zur VIN kann nur Kandidaten auf Ebene des Fahrzeugtyps enthalten. Eine nicht leere missingCategories bedeutet, dass die Teileliste unvollständig ist. Wie die drei Werte von matchLevel zu lesen sind, steht in Von der VIN zur Wirtschaftlichkeitsanalyse: der Fahrzeugweg. POST /vin/cart-check stellt die Frage von der anderen Seite: Er nimmt eine bis 30 OE-Positionen und prüft sie gegen die VIN — mit mode=type auf Fahrzeugtypebene, mit mode=vehicle für das konkrete Fahrzeug. Die Antwort behält Reihenfolge und Duplikate der Eingabe bei und trägt einmal complete: ob die verwendbare Teileliste vollständig vorlag.
| Befund | Was er aussagt | Richtige Reaktion |
|---|---|---|
fits=true | Die Nummer oder eine dokumentierte Ersatznummer steht in der Teileliste des Fahrzeugs | Als Beleg an der Position speichern; Seite, Index und Anschlüsse am Teil bestätigen |
fits=false bei complete=true | Keine Übereinstimmung in einer vollständig vorliegenden Teileliste | Belastbarer Ausschluss: Position anhalten, Alternative suchen |
fits=false bei complete=false | Keine Übereinstimmung ermittelt, die Teileliste war aber unvollständig | Offene Frage, nicht „passt nicht“: fachlich prüfen statt automatisch sperren |
Ergebnis mit mode=type | Abgleich auf Ebene des Fahrzeugtyps | Ausstattungsabhängige Positionen zusätzlich für das Fahrzeug prüfen |
404 vehicle_not_found | Zur VIN wurde kein Fahrzeug gefunden | Leerbefund über das Fahrzeug, keine Aussage über das Teil |
curl -X POST \
-H 'X-Api-Key: <API_KEY>' \
-H 'Content-Type: application/json' \
-H 'Idempotency-Key: <IDEMPOTENCY_KEY>' \
-d '{"vin":"TAPSANDBX00000001","country":"de","mode":"vehicle","oeNumbers":["SBX0001A","SBX0002B"]}' \
'https://api.tapinomahub.com/vin/cart-check'Die Prüfreihenfolge im Betrieb
- Nummer klären.
GET /parts/oe/normalizeantwortet mitmatched,unresolved,ambiguousoderinvalid. Nur mitmatchedwird ohne Rückfrage weitergearbeitet; der optionale Parametermanufacturergibt den Herstellerkontext mit. Liegen nur Bezeichnung, Etikett oder Kundennummer vor, bestimmtPOST /parts/identifymögliche OE-Nummern und unterscheidetmatched,candidatesundunresolved— ein Kandidat ist noch kein Treffer. - Teil einordnen.
GET /parts/oe/{oeNumber}abrufen undreferences,fitmentundreplacementChainin getrennten Feldern ablegen. Nur so lässt sich später sagen, auf welcher Aussage eine Angabe beruht.404 oe_part_not_foundheißt: kein bestätigter Treffer — dann bleibt das Feld leer. - Gegen das Fahrzeug prüfen. Alle Positionen gesammelt an
POST /vin/cart-check, für eine Bestellung zu einem bestimmten Fahrzeug mitmode=vehicle. Antwortet der Dienst mit202, liefertGET /vin/cart-check/jobs/{jobId}nach Abschluss dasselbe Ergebnisformat. - Befund einordnen. Drei Ausgänge statt zwei: belegt, ausgeschlossen, offen. Ein
fits=falsebeicomplete=falsebekommt in Ihrem System einen eigenen Status und wird nicht als „passt nicht“ angezeigt. Offene Positionen werden gezielt nachgeprüft: Teileliste undmatchLevelzur VIN ansehen, diecriteriader Fahrzeugzuordnung gegen die Ausstattung des Fahrzeugs halten und beim Kunden eine konkrete Frage stellen — etwa nach dem Merkmal auscriteria— statt „Passt das?“. - Am Teil bestätigen und Beleg speichern. Nummer, Index, Seite und Anschlüsse am vorliegenden Teil vergleichen. Welche Aussage die Entscheidung trägt —
fits=truemitmodeundcomplete, eine Fahrzeugzuordnung mit Kriterien oder die Sichtprüfung am Teil —, gehört an die Auftragsposition. Bei einer Reklamation ist das die Antwort auf die Frage, worauf man sich verlassen hat.
Wo trotzdem am Teil geprüft wird
- Ausstattung und Optionen. Eine Zuordnung mit
criteriaträgt nur, wenn das Fahrzeug das Kriterium erfüllt. Ob ermittelte Ausstattungsmerkmale vorliegen, hängt von der Quelle ab. - Seite und Einbaulage. Spiegelbildliche Teile für links und rechts sind verschiedene Teile. Die Prüfung sagt, ob eine Nummer zum Fahrzeug gehört — ob die bestellte Seite die benötigte ist, ist eine eigene Frage. Beispiele in Scheinwerfer: Warum die Variante wichtiger ist als das Modell.
- Änderungen am Einzelfahrzeug. Reparaturen, Umbauten oder ein früherer Teiletausch können das Ergebnis begrenzen. Maßgeblich für den Einbau ist das Teil, das tatsächlich verbaut ist.
- Motor- und Getriebevarianten. Anbauteile unterscheiden sich je Aggregat; der Code gehört in die Prüfung — siehe Motorkennbuchstabe: Der Code, der Motorvarianten trennt und Getriebe: Kennbuchstaben, Zustand und der Satz, der Retouren spart.
- Elektronik. Eine passende Nummer sagt nichts darüber, ob ein Steuergerät im Fahrzeug codiert oder angelernt werden muss — siehe Gebrauchte Steuergeräte: Codierung, Wegfahrsperre, Angebot.
- Gebrauchtteile. Geprüft wird die Nummer, nicht das Exemplar. Ob das angebotene Teil diese Nummer und diesen Index trägt, zeigt nur die Kennzeichnung am Teil selbst.
Wie die Prüfung in bestehende Systeme eingebaut wird, beschreiben die Seiten für Werkstattsoftware, Marktplätze und Shopsysteme und Warenwirtschaft. Alle Felder und Fehlercodes stehen in OE-Warenkorb anhand einer VIN prüfen und in der Entwicklerdokumentation.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Häufige Fragen
Ist eine Vergleichsnummer eine Passungsangabe?
Nein. Sie sagt, unter welcher anderen Nummer dasselbe oder ein verwandtes Teil geführt wird, und enthält keinen Fahrzeugbezug. Referenzen sind laut Leistungsbeschreibung keine Garantie für Austauschbarkeit oder Passgenauigkeit.
Zählt eine dokumentierte Ersatznummer bei der Warenkorbprüfung mit?
Ja. fits=true steht, wenn die geprüfte Nummer selbst oder eine dokumentierte Ersatznummer in der Teileliste des Fahrzeugs vorkommt. Welcher der beiden Fälle vorlag, zeigt die Antwort nicht; Index und Anschlüsse bleiben am Teil zu prüfen.
Reichen Modell oder HSN/TSN für die Passung?
Für eine Vorauswahl ja, für die Entscheidung nicht. Typ, Variante und Version fassen Fahrzeuge zusammen, deren Ausstattung, Optionen und Motorkennbuchstabe abweichen können. Belastbarer ist der Abgleich gegen die VIN.
Wann nehme ich `mode=type`, wann `mode=vehicle`?
mode=type prüft auf Fahrzeugtypebene, mode=vehicle für das konkrete Fahrzeug. Wo Ausstattung oder Einzelfahrzeug über die Passung entscheiden, ist mode=vehicle die richtige Frage; die Fahrzeugprüfung kann mit 202 als Auftrag antworten.
Garantiert `fits=true`, dass das Teil eingebaut werden kann?
Nein. Es kennzeichnet eine ermittelte Übereinstimmung mit der verfügbaren Teileliste des Fahrzeugs, gegebenenfalls über eine dokumentierte Ersatznummer. Seite, Index, Zustand, Codierung und das tatsächlich verbaute Teil bleiben zu prüfen.
